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Tiere suchen ein Zuhause

Tierleid im Ausland

ABC TIERSCHUTZ

 

Erschreckendes Leid

 

Tierleid im Ausland

 

Ein Text zum Thema Auslands-Tierschutz von Claudia Grothus

 

Gründe gegen Hundehandel

 

       

 

Ein Text zum Thema Tierschutz von Claudia Grothus

 

Tiere im Ausland

Wenn wir in anderen Staaten Tierschutzarbeit leisten, übernehmen wir eine Verantwortung, die sonst kaum jemand bereit ist zu tragen. In vielen Ländern haben Tiere überhaupt keine Lobby und Hunde und Katzen den Status, den hierzulande vielleicht wildlebende Ratten haben. Es ist dort kein Delikt, streunende Katzen und Hunde zu vergiften, einen Hund jahrelang an einer kurzen Kette am Straßenrand anzubinden oder ihn dort auch einfach irgendwann zu vergessen und verhungern zu lassen. Das Töten von Welpen durch Erschlagen oder das Anzünden von mit Benzin übergossenen Hunden zur Belustigung wird nicht geahndet. Einen Streuner vor der Haustür zu vertreiben, indem man ihn mit Säure oder kochendem Wasser übergießt schockt kaum jemanden und kommt häufig vor.

Was wir in diesen Ländern tun, würde ohne uns nicht getan, denn die Bevölkerung ist noch wenig sensibilisiert für das Elend der Tiere. Wir helfen nicht dem Land, seine Probleme zu lösen, denn Tierleid wird dort nicht als Problem angesehen; wir helfen einfach nur den Tieren.

 

Neue Medien

Der deutsche Tierschutz war lange Zeit eine Arbeit, die unzählige kleinere Initiativen unabhängig voneinander leisteten. Jeder Verein und viele Privatpersonen setzten sich in ihrer heimatlichen Region oder auch an bestimmten Orten im Ausland für in Not geratene Tiere ein. Unser technischer Fortschritt und insbesondere, die Nutzung des Internets machen heute eine umfassende Kooperation vieler Tierschützer im In- und Ausland möglich. Einige Tierschutzorganisationen haben damit begonnen, die Möglichkeiten, die uns das Internet bietet, intensiv zu nutzen. Es entsteht ein deutschlandweites Netzwerk von Tierschützern. Auf diesem Weg ist es jetzt der Öffentlichkeit möglich, sich jederzeit ein aktuelles Bild von der nationalen und internationalen Situation des Tierschutzes zu verschaffen. Auf dieser Grundlage können wir uns gegenseitig helfen, Ressourcen da einzusetzen, wo sie nötig sind und vor allem auch Not leidenden Tieren, - egal ob deutscher oder anderer Herkunft – schneller zu einem würdigen Leben zu verhelfen.
Die Nutzung der neuen Medien und des technischen Fortschritts hat es endlich möglich gemacht, Teile des Auslandstierschutzes und des deutschen Tierschutzes zu einer Kooperationsgemeinschaft zusammenzuschließen von der alle Beteiligten und ganz besonders die Tiere profitieren. Denn: Tierschutz beginnt immer vor der eigenen Haustür und endet nicht an Staatengrenzen.

 

Tieren helfen - wo auch immer

Die meisten von Deutschen organisierten Auslandstierschutzvereine, haben ihre Hilfeleistung selbstverständlich nicht auf die Not leidenden Tiere im Ausland begrenzt. Es wäre ja auch unvorstellbar, dass ein Mensch, der sich gegen das Elend der Tiere beispielsweise auf einer Mittelmeerinsel einsetzt, ein in Not geratenes Tier in seiner eigenen Stadt abweist. Die so genannten „Auslandstierschützer“ sind meistens auch in mindestens einem Tierschutzverein in Deutschland aktiv.

So haben sich zum Beispiel auch sehr viele Mitarbeiter der Auslands-Tierschutzvereine an den Aktionen beteiligt, die 2002 vom Hochwasser bedrohten Tiere in Notunterkünften, Tierheimen und privaten Pflegestellen unterzubringen.

Die Hauptaufgabe unserer Tierschutzarbeit im Ausland besteht darin, die dortigen Allgemeinbedingungen für die Tiere zu verbessern. Deshalb initiieren wir vor Ort Aufklärungskampagnen und vor allem umfassende Kastrationsaktionen. Die Einrichtung von Tierheimen dient dazu, solche Tiere aufzunehmen, die selbständig nicht mehr in ihrem Streunerleben zurechtkommen oder die aus qualvoller Haltung befreit wurden. Solche Tiere erhalten medizinische Versorgung und es wird dann versucht, ein neues Zuhause für sie zu finden. Die Vermittlung geschieht dann überwiegend in das Heimatland der jeweiligen Tierschützer. Relativ gesunde Streuner werden nur zum Kastrieren eingefangen und dann wieder in ihrer gewohnten Umgebung ausgesetzt.

Der Export von Katzen und Hunden nach Deutschland ist der geringste Teil der Arbeit im Auslandstierschutz. Es werden von seriösen Vereinen auch nur eindeutig vermittelbare und gesunde Tiere nach Deutschland gebracht.

 

Tiere helfen Tieren

Die deutschen Tierheime sind – besonders nach der Einführung der Hundeverordnung – voll von großen Hunden, für die kaum eine Chance auf eine Vermittlung in ein neues Zuhause besteht. Die Anfrage: “Haben Sie auch kleine Hunde?“ muss in der Regel verneint werden. Wir erhalten täglich Anfragen nach kleinen und mittelgroßen Hunden aus dem Ausland. Sehr oft wird von den Interessenten betont, dass sie schon lange nach einem Hund suchen, aber in ihren örtlichen Tierheimen nur große Hunde zu vermitteln sind.

Einige deutsche Tierheime sind regelmäßig bereit, freie Plätze für kleinere Hunde aus dem Ausland zur Verfügung zu stellen, und haben eine sehr erfreuliche Entwicklung beobachten können:
Durch das „Angebot“ von kleineren Hunden kommen wieder viel mehr Besucher in die Tierheime, die dabei natürlich auch in die Boxen der größeren Hunde schauen. Dabei hat sich schon so mancher Kleinhundinteressent in einen Großen verliebt und ihn bei sich aufgenommen. Moderne Tierheimbetriebe haben schnell herausgefunden, dass ein starkes Interesse besteht, möglichst viele verschiedene Hunde im Tierheim anzusehen und dass die so genannten schwer vermittelbaren direkt von einer stärkeren Besucherfrequenz profitieren. Dieser Erfolg bestärkt uns darin, weiterhin eine wachsende Kooperation mit deutschen Tierschutzinitiativen anzustreben.

 

Welpen

Einer der grauenhaftesten Aspekte des Auslandstierschutzes ist das maßlose Welpenelend. Trotz der vielen großen Kastrationsaktionen werden jedes Jahr unzählige Welpen geboren, die nichts als Hunger, Elend und Qual erwartet. Sehr häufig werden Hunde absichtlich vermehrt, damit Kinder die Babys als lebendige Puppen zum Spielen benutzen können. Werden die Babys älter und bekommen spitze Zähnchen oder werden aufgrund von Mangelernährung und Stress krank, werden sie ausgesetzt oder auf schockierende Weise zu Tode gebracht. Noch lebensfähige Welpen werden auf Grund ihrer Schwäche häufig von Krankheiten befallen und es gehört zum bitteren Auslands-Tierheimalltag, Welpen zu euthanasieren, die womöglich eine Überlebenschance hätten, die ihnen aber hier vor Ort nicht geboten werden kann.

Die Vermittlung von Welpen aus dem Ausland ist eine sehr kritische Sache. Natürlich möchten die Interessenten gern einen ganz jungen Hund und es stehen jederzeit Hunderte von Tierbabys in Auslandstierheimen zur Auswahl. Für jeden dieser Welpen bedeutet eine Vermittlung nach Deutschland, dass er eine Überlebenschance erhält.

Leider hat die Erfahrung gezeigt, dass viele Welpen im Alter zwischen acht und zwölf Wochen die Reise ins rettende Deutschland nicht überstehen. Zwar kommen die Kleinen lebend und in scheinbar gutem Gesundheitszustand an, werden aber dann innerhalb weniger Tage in ihrem neuen Zuhause krank und sterben. Zu wenige Tierschützer erkennen, dass dies an der schwierigen Immunlage so junger Tiere liegt. Der enorme Stress der Reise und der neuen Umgebung schwächt die Abwehrkräfte der kleinen Wesen und trotz erfolgter Impfung infizieren sich die Welpenkurz nach der Ankunft im neuen Heim mit Krankheitskeimen, denen ihr geschwächte Organismus nicht wiederstehen kann.

Die einzige Möglichkeit, einen Welpen aus dem Ausland sicher und gesund in ein deutsches Zuhause zu vermitteln ist, das Tier im Alter von ca. 12 Wochen zu impfen (die Einreisebestimmungen verpflichten zur Tollwut-Impfung) und dann noch mindestens vier bis sechs Wochen abzuwarten, ob die Impfung gut überstanden wird. Erst dann, im Alter von etwa vier Monaten ist eine Ausreise ratsam. Leider verfügen die allermeisten Auslandstierheime nicht über die nötigen Räumlichkeiten und Ausstattungen, junge Hunde so unterzubringen, dass sie gesund vier Monate alt werden können. Trotzdem ist es für die Tiere und die neuen Familien der Tiere eine unzumutbare Tragödie, ein Hundebaby ausreisen zu lassen, das dann nach kurzer Zeit erkrankt und stirbt. Weil Tierschützer, die es einfach nicht übers Herz bringen, diese kleinen Würmer zu euthanasieren oder sterben zu sehen, immer wieder ganz junge Welpen verschicken, werden dem Auslandstierschutz fortwährend Vorwürfe gemacht, Krankheiten einzuschleppen, oder gar schnelles Geld mit kranken Welpen zu machen.

 

Auch wir sind das „Ausland“

Als nach dem schrecklichen Vorfall des durch einen Hund getöteten Volkan die Kampfhundehysterie ausbrach und die LHVO (Landeshundeverordnung) in Kraft trat, gab es zum Glück viele Hilfsangebote von Tierschutzorganisationen aus anderen Ländern (USA, Großbritannien, Österreich usw.), die sich bereit erklärt haben, einige unserer so genannten „Listenhunde“ aufzunehmen und zu vermitteln, da sie in Deutschland nie wieder die Chance auf ein Zuhause gehabt hätten, ihnen oft sogar das Einschläfern drohte. Es wurde eine regelrechte "Luftbrücke" in die USA eingerichtet und viele als Kampfhunde abgestempelte liebe Tiere haben dadurch noch die Chance erhalten, ein Leben als ganz normaler Familienhund zu führen, was ihnen in Deutschland verwehrt geblieben wäre. Viele unserer Nothunde bekamen auf diese Art doch noch einen guten Platz, obwohl es sich dabei sicherlich auch in anderen Ländern nicht gerade um leicht vermittelbare Hunde handelte. Hier wurde Tierschutz auch nicht an Staatsgrenzen festgemacht.

 

Grenzen sind menschengemacht, Tiere kennen diese nicht und sind nicht dafür verantwortlich.

 Claudia Grothus                 e-mail: claudia@grothus.info

 

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