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Und anderes ....

       

 

Alljährlich im Herbst   
Es ist nicht zu übersehen, das Laub verfärbt sich, die Früchte der Eichen und Buchen, der Kastanien und Maronen fallen von den Bäumen und dann erinnern sich viele Leute daran:
"Jetzt ist es ja Zeit Igel zu retten"
Obwohl sich durch die Aufklärungsarbeiten sowohl von Igelschutzvereinen als auch vielen engagierten Igelhelfern Vieles zum Guten verändert hat, gilt es noch dicke Bretter zu bohren, um diesen erdgeschichtlich seit der Kreidezeit fast unverändert vorkommenden Tieren ein Überleben zu ermöglichen.
Mancherorts werden sie von wohlmeinenden Helfern wie eben diese Herbstfrüchte eingesammlt und weil vermeintlich untergewichtig in kleinen Kästchen mit Laub im Keller verstaut. Man stellt ihnen evtl. noch Wasser und Katzenfutter hin u. meint damit der große Tierschützer zu sein.
So werden viele Igel in guter Absicht ohne jegliche Sachkenntnis totgepflegt und es gibt eine erhebliche Dunkelziffer.

Andererseits werden im Sommer verletzte  oder kranke Igel, weil sie ja mit ihrem Körpergewicht über den berühmt berüchtigten 600 g. liegen nicht beachtet, sie versterben elendig
Viele Menschen meinen, nach den vielen ,bes. im Herbst verkürzt, unrichtig, weil aus überholten Schriften abgeschrieben, aus den Medien angelesenen  Fragmenten an Wissen, der große Igelschützer zu sein. Das ist nicht so

 

Der gesunde Igel  ist ein Wildtier, er gehört nicht in Menschenhand
Welcher Igel ist gesund?
 1 ist der Igel Dämmerungs-u. Nachtaktiv
2. seine Form ist Tropfenförmig, vorne spitz hinten rund.
3. er hat halbkugelförmige schwarze Knopfaugen
4. seine Nase ist feucht
5. er rollt sich bei Annäherung fest zusammen und erst wenn die vermeintliche Gefahr vorbei ist, wieder aus.
6 seine Stacheln stellt er kreuz und quer auf.
7. Wenn er meint, daß die Zeit reicht, flitzt er hochbeinig und schnell in Sicherheit.
8. der Kot gesunder Igel ist ein dunkles geformtes Würstchen

Welcher Igel ist krank und damit hilfsbedürftig?
1. kranke und verletzte  Igel werden meist am Tag gefunden, oft ohne jegliche Deckung liegend
2. die Form kranker Igel ist walzenförmig
3.sie haben oft eine auffällige Nackenfalte
4. die Augen liegen tief in den Höhlen, werden oft nur schlitzförmig geöffnet
5.die Nase ist meist trocken
6.die Körpertemperatur kann kühl sein
7. Der Gang kranker Igel ist langsam  mehr wackelig  oder sie liegen und stehen nicht auf.
8.kranke Igel rollen sich kaum ein und schnell wieder aus, wirken zahm
9. die Stacheln liegen an und werden kaum aufgestellt
10. Der Kot kranker Igel ist weich, manchmal grünlich schleimig, auch blutig

Verletzte und kranke Igel brauchen ganzjährig Hilfe.
ACHTUNG
Wer ein krankes Tier anfaßt, muß auf besonders gründliche Händehygiene achten, denn Krankheitserreger wie z. B. auch Eitererreger oder Salmonellen sind auf Menschen übertragbar
Hilfsbedürftig sind auch Igel, die nach Frosteinbruch noch mit einem Gewicht unter 500 g draußen gefunden werden, ihnen fehlt das nötige Fettpolster für den Winterschlaf
Dies ist in der Regel  krankheitsbedingt und muß behandelt werden.
Einen kranken Igel lediglich mit Futterangebot und Unterkunft zu versorgen führt zu seinem Tode.
Eine tierärtzliche Behandlung oder die Versorgung in einer qualifizierten Igelstation ist immer erforderlich, wenn die Überwinterung gelingen soll.


Besondere Kenntnisse sind erforderlich, wenn verwaiste Igelbabys gefunden werden 

erste Hilfe:
handwarme Wärmflasche und  Fencheltee aus der Pipette vorsichtig tropfenweise eingeben (Darauf achten, daß das Tierchen schluckt!) und
qualifizeirte Hilfe suchen.
Hervorragende Informationen kann man sich aus dem Internet holen unter

Tipp-Igel

www.pro-Igel.de 

Noch ein Wort zum Schluß, weil es gerade jetzt wieder besondere  wichtig erscheint
Viele Igelfinder fragen als Erstes:     """    wo kann ich den Igel abgeben? und treten oft sehr fordernd auf.
Igelstationen sind in der Regel Privatinitiativen. 

Der Begriff IGELSTATION ist nicht geschützt und sagt nichts über die Qualifikation des Betreibers aus.
Igelfinder scheuen häufig den Gang zum Tierarzt, weil sie die Kosten scheuen. (Der Igel ist doch nicht MEIN Tier!)
In der Regel machen Igelstationen ihre Arbeit unentgeltlich, aber wir tragen dafür dann die anfallenden  Kosten (Auch Tierarztkosten) und gerade im Herbst werden wir derart zugeschüttet, Tag und Nacht ans Telefon gerufen ,die Igel brauchen Medikamente, der Abfall muß entsorgt werden, wir kaufen
Info Material,welches wir häufig kostenlos weitergeben, unsere
Telefonkosten steigen oft in astronomische Höhen u. ich könnte noch sehr viel nennen. (Vom Zeitaufwand für die Arbeit rede ich gar nicht)


WER EIN TIER AUFNIMMT, ÜBERNIMMT VERANTWORTUNG
Richtig - wir bieten ja unsere Hilfe an.

Helfen bedeutet aber nicht, die Verantwortung  dem Finder aus der Hand zu nehmen

Hinter uns stehen in der Regel nicht die großen Finanziers.
Wir arbeiten ehrenamtlich und haben auch noch ein Privatleben
wir beraten und helfen, wenn es das Können eines Igelfinders übersteigt, wie
ein Krankenhaus, aber wir können nicht alle Igel der Welt in unsere Häuser und Wohnungen nehmen.
Wir brauchen die Hilfe der Finder und ihre Bereitschaft, wenn der Igel gesund ist und nur noch gesäubert und gefüttert werden muß, ihn wieder zu übernehmen, damit wir wieder Kapazitäten für die schlimmen Fälle schaffen können.

Was wir in den Stationen machen, ist Reparaturarbeit und Hilfe am leidenden Einzeltier. 

Mit seiner Auswilderung als gesundes Tier kann man möglicherweise eine geschwächte Population stützen. Es ist kein Artenschutz.
Artenschutz beginnt bei jedem Einzelnen von uns,
1. indem wir verantwortungsbewußt im Straßenverkehr sind
2. weitestgehend auf Gifteinsatz im Garten verzichten
3. Gefahrenquellen  in unserem Lebensraum, den der Igel zwangsläufig als Kulturfolger mit uns teilt, beseitigen, z. B. Teiche mit Ausstiegshilfen versehen, auf Gartenfeuer verzichten, Gruben und Schächte abdecken, auf Netze bis zum Boden verzichten, in denen sich die Tiere verheddern können vorsichtig mit dem Einsatz von motorisierten Gartengeräten. z.B.Rasentrimmern. Laubsaugern sind, bes.  unter Sträuchern
4. darauf verzichten, daß Lebensmittel weggeworfen werden u. zu einer Infektionsquelle werden
5 in dem wir Wildpflanzen in den Gärten zulassen, sie bieten der  heimischen Insektenwelt Lebensraum und Kinderstube Igel als Insektenfresser sind darauf angewiesen
6. Indem wir Unterschlüpfe bieten und Laub u. Strauchschnitt als Nistmaterial belassen
Unsere Stachelritter möchten leben und wir möchten sie doch noch lange als heimliche nächtliche Kobolde in unserer Nähe beobachten können?


Sie verdienen unseren besonderen Schutz und Beachtung

© Karin Oehl  

   

 

 

 

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