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Degus                                                  Copywrite   www.deguforum.de

Informationen rund um den Degu. 


Herkunft, Verwandtschaft und Leben in freier Wildbahn
Degus (Octodon degus) tauchten vermutlich 1975 erstmals als Heimtier auf und
werden seitdem immer bekannter und beliebter.
Bei ihrer wissenschaftlichen Entdeckung Mitte des 18. Jahrhunderts hielt man
sie für Hörnchenartige, und tatsächlich entspricht ihre Lebensweise der
einiger Erdhörnchenarten. Auch wenn Degus gelegentlich "Trugratten" genannt
werden und zur Gattung der Strauchratten gehören, haben sie mit Ratten recht
wenig zu tun. Aufgrund der Anatomie zählt man sie heute zu den
Meerschweinchenverwandten (Caviomorpha).


Degus leben in freier Wildbahn in Höhlen, in die sie sich abends und bei
Gefahr zurückziehen. Sie ernähren sich vorwiegend von Gräsern, Wurzeln,
Samen, Kräutern und Laub. Über pfeifende, zwitschernde und brummende Laute
kommunizieren die Tiere mit ihren Artgenossen. Zudem zeigen sie eine
interessante Körpersprache. Fremde Sippen werden im eigenen Territorium
nicht geduldet und bekämpft. Degus sind äußerst aktiv
und neugierig.


Die Haarfarbe des wildlebenden Degus ist braun-schwarz meliert mit heller,
gelblich-weißer Bauchseite. Der Schwanz ist behaart und mit einer dunklen
Quaste versehen. Als weiterer Farbschlag in der Heimtierhaltung ist
inzwischen der blaue Degu bekannt (höherer Grauanteil im Fell), auch Albinos
sollen schon gezüchtet worden sein (in den USA). Der etwa 15-20 cm (+ 12cm
Schwanzlänge) große Nager ist ein sehr soziales Tier, das in freier Wildbahn
in Gruppen von etwa 5-10 Tieren lebt.


Degus als Heimtiere
Überlegungen vor der Anschaffung
Sind alle Familienmitglieder mit dem Einzug von Degus  einverstanden?
Degus sind keine Streicheltiere, für Kinder nur sehr bedingt geeignet.
Gibt es Personen im Haushalt, die allergisch auf Degus bzw. Einstreu, Heu
o.ä. reagieren könnten?
Täglich muss sich jemand um die Tiere kümmern - Futter, frisches Wasser
geben, auf die Gesundheit der Tiere achten. Regelmäßig muss der Käfig
gereinigt werden und zahme Degus freuen sich auch über Ansprache.
Degus können 4-6 Jahre oder in Einzelfällen sogar noch älter werden, manche
sogar noch älter - ein langer Zeitraum!
Ein artgerechter Käfig ist in der Anschaffung nicht ganz günstig und
erfordert einiges an Platz. Ist der Käfig vorhanden und eingerichtet, sind
die laufenden Kosten relativ gering. Eventuell notwendige Tierarztbesuche
können allerdings doch ins Geld gehen!
Gibt es jemanden, der sich während des Urlaubes zuverlässig um die Tiere
kümmert?


Gibt es bei all diesen Punkten keine Bedenken, steht dem Einzug von Degus
eigentlich nichts mehr im Wege!

 

Einzelgänger oder in Gruppen?
Degus dürfen aufgrund ihres Sozialverhaltens niemals einzeln gehalten
werden. Es verstehen sich sowohl männliche, als auch weibliche Gruppen. 

Zu
Rangordnungskämpfen kann es allerdings u.U. sowohl bei Weibchen als auch bei
Männchen kommen. Die meisten Probleme traten in Gruppen mit beiden
Geschlechtern auf.

 

Tagaktiv oder Nachtaktiv?

Degus sind zwar in ihrer Heimat überwiegend tagaktiv, als Heimtiere halten
sie sich jedoch selten daran - aktive Phasen wechseln sich mit Ruhephasen
ab, ob Tag oder Nacht. 

 

Lebenserwartung

Ca. 4-6 Jahre. Das Höchstalter liegt sogar bei 12 Jahren.

 

 

Ernährung

Degus leben in freier Wildbahn von einem recht kargen Angebot. Ihr Verdauungstrakt hat sich an diese Ernährung angepasst. Zucker (auch Fruchtzucker) und fettige Dinge wie Nüsse sollten daher weitgehend vom Speiseplan gestrichen werden.

Der Hauptbestandteil des Degufutters ist Heu. Es sollte daher immer frisch zur Verfügung stehen.

Degufutter kann man sich selbst mischen, inzwischen gibt es im Handel auch fertige Mischungen für Degus (leider ist nicht jedes überzeugend). Bei einer eigenen Mischung können z.B. Kräuter, Sämereien und getrocknetes Gemüse verwendet werden. Wichtig ist hier: wenig oder besser keine Nüsse/Sonnenblumenkerne (die aber als Leckerli schon ab und zu gegeben werden dürfen), möglichst wenig Zucker und nicht zu viel Getreide.

Statt Früchten (Fruchtzucker!) sollte lieber Gemüse, Gräser oder Kräuter auf dem Futterplan stehen. Geeignet sind hier beispielsweise Paprika, Chicoree, ungespritzte, Karotten und deren Laub, belaubte Äste von Apfelbaum, Hasel, Weide uvm.

Achtung, durch bestimmtes Futter (Karotte, Rote Beete, Apfelbaumäste etc.) kann sich der Urin der Degus rötlich färben und muß dann nicht zwingend ein Zeichen für eine Erkrankung sein. Alles Grünfutter in angemessenen Mengen füttern!  

Wasser muss den Tieren jederzeit zur Verfügung stehen!

 

 

 

Der Degukäfig


Degus sind Nagetiere - und das mit Leib und Seele. Das sollte man unbedingt
bei der Wahl des richtigen Käfigs beachten. Somit scheiden viele im Handel
erhältliche Käfige mit Unterschalen aus Plastik aus. Was sind also die
Alternativen?


Degus sind Bodenbewohner, die zwar als Jungtiere auch relativ gut klettern können, doch Lauftiere sind. Daher ist eine angemessene Grundfläche wichtiger als die Höhe. Bei höheren Käfigen sollten großzügige Etagen eingebaut werden. Wir empfehlen daher einen Käfig von mindestens 120 x 50 x 100 cm (Breite x Tiefe x Höhe) für 2-3 Degus. Die Angaben in der Fachliteratur weichen davon nach unten hin ab.
Doch unsere gesammelten Erfahrungen haben gezeigt, dass das richtige und
besonders ein geräumiges, abwechslungsreiches Deguheim für das Wohlbefinden
der Tiere von großer Bedeutung ist.


In punkto Höhe scheiden Aquarien als alleinige Unterbringung aus. Aquarien
(gibt es oft sehr günstig gebraucht) eignen sich jedoch bei ausreichender
Grundfläche als Grundlage für einen Selbstbaukäfig.


Terrarien in entsprechender Größe sind meist teuer, aber sehr schön
anzusehen. Bei der Einrichtung muss man aufgrund fehlender
Befestigungsmöglichkeiten etwas kreativer sein, zudem ist eine gute
Belüftung in Terrarien sehr wichtig. Die eingebrachten Lüftungsgitter müssen
stabil genug sein - Aluminium wird von Degus beispielsweise leicht
durchgenagt!


Gut geeignet sind einige der im Handel erhältlichen Vogel-, Chinchilla- oder
Streifenhörnchenvolieren. Hier muss man nur darauf achten, dass kein Plastik
verarbeitet wurde und die Gitterabstände nicht zu groß sind.


Wer ein wenig handwerkliches Geschick hat, kann selbst einen Käfig bauen.
Auf
www.degus-online.de finden sich hierzu einige Beispiele mit Bildern und
Hinweisen.


Der Standort
Degus sind zwar in ihrer Heimat überwiegend tagaktiv, als Heimtiere halten
sie sich jedoch selten daran - aktive Phasen wechseln sich mit Ruhephasen
ab, ob Tag oder Nacht. Im Schlafzimmer sind sie also kleine Störenfriede.


Lärm, Zigarettenrauch und Zugluft werden von Degus gar nicht geschätzt. Der
Käfig sollte zudem geschützt vor eventuellen Feinden (Katzen o.ä.)
untergebracht sein. Direkte Sonneneinstrahlung im ganzen Käfig kann zu einem
Hitzschlag führen (im Sommer generell auf Hitze achten!). Fällt die Sonne
jedoch nur auf einen kleinen Teil des Käfigs, genießen die meisten Degus ein
Sonnenbad sehr.

 


Die Einrichtung & Zubehör
Neben verschiedenen Brettern als Sitzmöglichkeiten (versetzt anbringen, die
Tiere dürfen möglichst nicht von ganz oben nach ganz unten im Käfig
abstürzen können) brauchen Degus viel Abwechslung im Käfig.


Äste zum Nagen, Wurzeln, Tonröhren, Tonblumentöpfe, Korkrinden, Bambusrohre
und größere Steine sind nur ein paar Beispiele für eine abwechslungsreiche
Käfigeinrichtung. Korkröhren z.B. kann man aufhängen, so dass die Degus
klettern müssen, um sie zu erreichen.


Ein Sandbad ist wichtig für die Körperpflege der Tiere. Für Degus muss es
nicht unbedingt Chinchillasand sein, etwas feinerer Vogelsand (grobe
Bestandteile können herausgesiebt werden) reicht vollkommen aus.


Eine oder mehrere Trinkflaschen bzw. ein gut stehender Wassernapf sind ein
Muss im Deguheim, während Futternäpfe nicht von allen Haltern verwendet
werden - manche streuen das Futter einfach in den Käfig. Degus sind oft sehr
futterneidisch und verteidigen einen Napf vehement, daher sollten bei
mehreren Tieren auch mehrere Näpfe zur Verfügung stehen bzw. das Futter an
mehreren Stellen im Käfig verteilt werden.


Als Einstreu eignet sich handelsübliche Kleintierstreu (Hobelspäne). Stroh
und Heu ist zum Nestbau sehr beliebt, außerdem kann man unbedrucktes,
unparfümiertes Toilettenpapier, Taschentücher o.ä. anbieten.


Ganz wichtig - Plastik hat im Käfig nichts zu suchen!

 

 

Eignung für Kinder 

Degus sind keine Streicheltiere, für Kinder nur sehr bedingt geeignet.

 

 


Geschlechtsunterscheidung
Bitte sehr auf die Geschlechterunterscheidung achten und nicht
unbedingt auf den Verkäufer verlassen! Beim weiblichen Degu ist der Abstand
zwischen Harnröhrenzapfen und Afters gering, er beträgt wenige Millimeter.
Beim Männchen dagegen liegt etwa ein Zentimeter dazwischen, die
zwischenliegende Haut trägt eine Hautfalte in Längsrichtung. Beim Weibchen
kann man zudem bei genauerem Hinsehen die Scheidenöffnung unter dem
Harnröhrenzapfen querliegend erkennen. Sie öffnet sich allerdings nur
während der Paarungsbereitschaft und ist ansonsten fest verschlossen.

 


Eingewöhnung
Neu eingezogene Degus sind oft noch sehr scheu. Man sollte ihnen Zeit geben
und sich besonders in den ersten Tagen in der Nähe des Käfigs ruhig und
leise verhalten. Dem Degu ist bis heute sein Wildtiercharakter erhalten
geblieben - keinesfalls sollte man versuchen, die Tiere unnötig zu greifen
oder zu Kontakt zu zwingen. Andernfalls läuft der Halter Gefahr, sich
schmerzende Bisswunden einzufangen.


Das Zauberwort in Sachen Eingewöhnung und Zähmung heißt eindeutig "Geduld".
Die meisten Degus kommen früher oder später von selbst neugierig auf den
Menschen zu. Selten erwischt man geradezu aufdringliche Exemplare, die den
Menschen sofort als Klettergerüst für sich beanspruchen.
Anfangs häufig an den Käfig setzen, schnelle Bewegungen vermeiden, leise mit
den Tieren sprechen, den Arm in den Käfig legen etc.. Dabei bitte nie von
oben nach den Tieren greifen, da Degus Fluchttiere sind und meist mit Angst
reagieren (Greifvögel sind natürliche Feinde der Degus!). Vorsichtig können
die Tiere aus der Hand gefüttert werden, bis sie langsam etwas Vertrauen
aufgebaut haben. Oft beginnen die Tiere irgendwann, neugierig auf die Hand
oder auch am Arm des Halters hochzuklettern. Es gibt jedoch auch Tiere, die
nie auch nur futterzahm werden.


Pflege & mehr
Degus riechen normalerweise kaum, wenn der Käfig regelmäßig gereinigt wird.
Wie oft der Käfig gereinigt werden muss hängt von der Käfiggröße, sowie der
Anzahl von Degus ab. Normalerweise sollte eine Reinigung etwa alle 1-2
Wochen durchgeführt werden.
Während der Käfigreinigung bringt man die Degus am besten in einer
Transportbox o.ä. unter. Nach der Entfernung des Streus etc. kann der Käfig
mit Wasser und einem Schwamm ausgewischt werden. Scharfe Reinigungsmittel
dürfen dabei nicht verwendet werden. Hartnäckige Beläge durch Urin lassen
sich gut mit Essigwasser entfernen.


Täglich sollten verschmutzte Wasserschalen oder Trinkflaschen ausgewaschen
und neu gefüllt werden. Übrig gebliebenes Gemüse sollte am nächsten Tag aus
dem Käfig genommen werden, da es gut versteckt auch leicht zu schimmeln
beginnt.


Der Badesand der Degus muss ausgetauscht werden, falls er durch Urin
durchnässt sein sollte - feuchter Sand kann das Fell nicht mehr pflegen.


Bei der täglichen Beschäftigung mit den Tieren kann man auch gut den
Gesundheitszustand beurteilen.

 

 


Nachwuchs im Deguheim
Degunachwuchs mag unheimlich süß sein, dennoch möchten wir davon abraten,
Pärchen zu halten. Die Vermittlung von jungen Degus ist häufig gar nicht so
einfach und in Tierheimen sowie über Kleinanzeigen etc. suchen bereits viele
Degus dringend nach einem guten Zuhause.


Etwa im Alter von 6 Wochen (Weibchen) bzw. ca. drei Monaten (Männchen) sind
Degus geschlechtsreif. Durchschnittlich kommen 4-6 Jungtiere nach einer
Tragzeit von etwa 90 Tagen zur Welt, es können aber auch 12 Jungtiere sein!
Degunachwuchs kommt bereits sehr weit entwickelt zur Welt und ist besonders
faszinierend zu beobachten, da die Tiere ein sehr ausgeprägtes Sozial- und
Spielverhalten zeigen. Nach spätestens sechs Wochen sind die Jungtiere
normalerweise entwöhnt und selbständig.

 


Kastration
Die Kastration von männlichen Degus ist möglich, doch wie immer ist eine
Narkose nicht ganz ohne Risiko. Wir empfehlen eine Kastration daher nur
dann, wenn keine andere Möglichkeit besteht. Kastrationen sollten von einem
erfahrenen Tierarzt durchgeführt werden. Nach der Kastration sollte das
Männchen noch etwa 6 Wochen nicht zurück zu den Weibchen, da es noch so lang
zeugungsfähig sein kann!


Krankheiten
Bei vielen Krankheiten ist schnelles Handeln erforderlich. Daher bei
Durchfall, Gewichtsabnahme, apathischem Verhalten, Verweigerung von Futter-
oder Wasseraufnahme etc. so bald wie möglich einen Tierarzt aufsuchen!

 


Das Degu-Forum
Im Forum findet täglich ein reger Austausch zwischen Degu- und
anderen Tierfreunden statt. Mehrere hundert angemeldete Mitglieder suchen
dort Informationen, beantworten Fragen und versuchen für Degus, insbesondere
für Notfalltiere, ein gutes Zuhause zu finden. Auch für den Austausch
zwischen Haltern anderer Heimtiere ist bei uns Platz und sonstige Themen
(von Witzen bis hin zu ernsten Problemen) werden gerne im "Small Talk"
ausgetauscht.


Inzwischen ist eine richtige Forengemeinschaft herangewachsen, Neulinge
werden herzlich aufgenommen, es haben sich Freundschaften entwickelt und es
gab auch schon mehrfach in verschiedenen Städten Forentreffen.


Das Forum ist unter
http://www.deguforum.de      zu finden!

 


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